Mit Verstand und Herz für Wachtberg

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09. 09. 2018
Mit Verstand und Herz - FDP 50 Jahre für Wachtberg
Vor der Neuordnung des Bonner Raumes 1969 gehörten die FDP-Mitglieder, die in der späteren Gemeinde Wachtberg wohnten, zu verschiedenen Ortsverbänden in den selbständigen Gemeinden des Amtes Villip in Berkum, oft auch noch zu FDP-Ortsverbänden in Bad Godesberg und Meckenheim. Von 1961 bis 1969 war der Gründungsvater der FDP Wachtberg, Hans Günther Haagmann, Kreistagsabgeordneter im Landkreis Bonn, zu dem u.a. Bad Godesberg, Meckenheim, Rheinbach, das Amt Villip, Beuel, Königswinter, Alfter, Bornheim usw. gehörten. Einem Landkreis, der seit 1816 bestand - zu dem auch einmal die Stadt Bonn gehörte - und der sich nach der Struktur, der Wirtschaftskraft und Verwaltungsführung bewährte.
Bereits 1968 bahnte sich die Neuordnung des Bonner Raumes an; Bonn „schluckte“ 1969 Godesberg, Beuel, dehnte sich Richtung Vorgebirge aus; der Landkreis Bonn wurde zerschlagen, sein Rest wurde dem ehemaligen Sieg-Kreis als Rhein-Sieg-Kreis zugeschlagen, leider! - Alle damaligen Fraktionen des Landkreises Bonn, CDU, SPD und FDP wehrten sich gegen diese rigorose Art der Neuordnung, - und Haagmann erinnerte sich, dass alle zusammen mit dem vorzüglichen Oberkreisdirektor Dr. Robert Eggert durch Eingaben, Proteste, mit sachlich ausgezeichneten Argumenten für die Beibehaltung eines anderen, neuen Kreiszuschnitts linksrheinisch, bis zum Oktober 1969 kämpften. - Heute ist das "Schnee von gestern" und die Neuordnung akzeptiert.
Am 14. September 1968 wurde in Wachtberg-Ließem in der Wohnung von Hans Günther Haagmann, ein Ortsverband der FDP für das Gebiet "Amt Villip in Berkum" gegründet, sozusagen vorsorglich im Blick auf die Neuordnung des Bonner Raumes 1969. Neun Freunde, darunter der Kreistagsabgeordnete Dr. Bohne (Wachtberg-Pech), aber auch zwei Freunde aus dem Bürgermeisteramt Adendorf und ein Freund aus Fritzdorf waren dabei. Hinzu stieß auch Fritz Niebel (Niederbachem). Die Parteifreunde wollten erreichen, dass bei der sich abzeichnenden Raumordnung eine starke, größere Gemeinde, wie sie auch immer genannt oder geschnitten würde, 1969 (der Name "WACHTBERG“ war noch nicht geboren) eine lebensfähige Entwicklungsmöglichkeit und Struktur bei Beibehaltung der ländlichen Struktur und der Förderung von Handwerk und Gewerbe erhalten sollte. Diese kleine Gruppe von Gleichgesinnten konnte nur zusammen mit den anderen politischen Kräften den erheblichen Nachholbedarf des Bonner Umlandes durchsetzen. Und alle politischen Kräfte hielten dann 1969 auch zusammen, es gab ein Quäntchen Grundkonsens - was heute oft fehlt –.
Die FDP auf dem Gebiet des Amtes Villip wuchs 1968/69 auf 38 Mitglieder an; man hatte Hans Günther Haagmann bei der Gründung 1968 zum Vorsitzenden gewählt, und in den ersten Gemeinderat der neuen Gemeinde Wachtberg zogen zwei FDP-Ratskollegen ein: Anton Meyers (Berkum) und Fritz Niebel (Niederbachem). Männer der ersten Stunde waren auch der in der Vorübergangszeit vor dem ersten Gemeinderat als Ratsbeauftragter fungierende Sebastian Luhmer, Bürgermeister Josef Bedorf (CDU) ab Herbst 1969, und die 27 Ratsmitglieder sowie der erste Gemeindedirektor Josef Schmidt. Zusammen mit dem Wormersdorfer FDP-Freund Peter Zavelberg nahm Haagmann als Kreistagsabgeordneter des neuen Rhein-Sieg-Kreises die Belange der linksrheinischen Bürgerinnen und Bürger wahr, eine oft schwere Sach- und Überzeugungsarbeit in Siegburg; denn der Rhein bildete in gewisser Weise - wie heute - doch noch eine "Grenze".
Inzwischen hat die Wachtberger FDP in ihren 50 Jahren des Bestehens viele Freunde gewonnen durch eine sachliche bürgerbezogene Kommunalpolitik, wenn auch "die da oben" mal was falsch machten. Hier zählte und zählt bis heute, die Person, die man wählt, an die man sich wendet, weil man sie kennt. Heute ist die Wachtberger FDP eine politische Kraft, die mit gestaltet. Die FDP-Gemeinderatsfraktion bzw. ihre drei Mitglieder sind kenntnisreich und arbeiten sachbezogen, ohne Machtanspruch. Die Partei hat mehr als 40 Mitglieder. O.k., sie ist immer noch klein, hat aber viele Bürger als Freunde gewonnen und sie hofft auf weiteren Zuspruch, gerade weil Prioritäten gesetzt und wir ohne neue Baugebiete unser schönes Wachtberg weiterentwickeln werden.
1968 bis 2018, 50 Jahre FDP in Wachtberg. 50 Jahre Arbeit für das Zusammenwachsen von 13 Orten, die 1969 zusammen 12.632 Einwohner hatten, eine Flächengemeinde mit ca. 5o qkm, die jetzt mit über 20.000 Bürgerinnen und Bürgern eine stattliche Gemeinde mit mehr Lebensqualität ist als Bonn, eine Selbstverwaltungskörperschaft mit Ortstradition, Heimat für alte und neue Bürgerinnen und Bürger, auch mit Perspektiven, Sozialempfinden, mit Begegnungsstätten und Projekten für die Bürger. Und der Möglichkeit Stadtrechte zu erhalten. Wenn die Bürger von der FDP nach 50 Jahren sagen, diese Partei, diese Fraktion habe bescheiden, konsequent und verlässlich mitgewirkt am Aufbauen der Gestaltung und Fortentwicklung Wachtbergs, dann ist das Lob und Ansporn zugleich. Dafür steht auch die heutige Generation der FDP mit der Parteivorsitzenden Bianca Daubenbüchel, der Fraktionsvorsitzenden Helga Frohberg, den weiteren Ratsmitgliedern Jürgen Meinberg und Friedrich Oettler und zahlreichen Sachkündigen Bürgern in den Ausschüssen und Ortsvertretungen der Gemeinde Wachtberg.
Hans-Joachim Pagels, Mitautor dieser Chronik, wörtlich: „Wenn ich mir als beinahe 74-Jähriger nach fast 30 Jahren kommunalpolitischer Tätigkeit als Parteimensch, der manchmal anderer Meinung war als die offizielle Parteimeinung -und das auch kräftig sagte- etwas wünsche, dann dies: Wir brauchen mehr Bürgernähe, mehr Bürgermeinung, mehr politische Kultur. Wir als Liberale brauchen mehr Menschen, die mit oder ohne Parteizugehörigkeit- sich für Kommunalpolitik "hergeben“, aktiv werden. Ich lade alle ein, die jungen Menschen, die mittlere Generation und die jung Gebliebenen.“
Mit Verstand und Herz für Wachtberg

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